
PFEILGIFTFRÖSCHE
Die Froschschmuggler
Der illegale Froschhandel blüht nach wie vor! Der Bericht von Jason L. Brown prangert ganz eindringlich die Missstände an und schildert die verschiedenen Interessen. Da sind zum Einen die Schmuggler, denen es nur auf ihren eigenen Profit ankommt und die jegliche Verluste beim Erwerb in Kauf nehmen. Zum Anderen die Froschliebhaber in aller Welt, die gigantische Summen für seltene Arten ausgeben. An letzter Stelle stehen die unwissenden Einheimischen die für wenig Geld ganze Landstriche leerfangen. Natürlich allen voran die Männchen, die durch Ihren Ruf einfacher zu finden sind. Kaum zu glauben, dass schon nach ca. 12 Monaten der Entdeckung von A. captivus die ersten Tiere in Deutschland ankamen. Gleiches gilt für R. benedicta und andere Neuentdeckungen. Die Nachfrage an O. histrionicus und lehmanni reißt nicht ab und so können heute immer noch Höchstpreise erzielt werden. Ob die Fundortangaben in vielen Berichten und Büchern dies noch erleichtern sei mal dahingestellt. Inwiefern Schmuggler, als erste inkompetente "Besucher" der original Fundorte diese eventuell sofort mit dem Chytridpilz verseuchen, bleibt noch zu klären. Der Pilz wird wohl vor allem durch menschliches, ungereinigtes Schuhwerk aus den hochandinen Habitaten ins Tiefland gebracht.

von Jason L. Brown (Quelle: 18 | Leaf Litter :: Spring 2007)
Auf der anderen Seite haben wir noch die ständige Brandrohdung und weiterreichende Vernichtung des Urwaldes, der ebenfalls eine große wenn nicht sogar die größere Bedrohung darstellt. Noch immer werden Tropenhölzer exportiert und auf illegalem Wege Genehmigungen zur Rohdung erschlichen. Als eine weitere große Bedrohung für die Habitate sind die internationalen Minengesellschaften zu nennen, die zumindest in Peru unglaubliche Umweltverschmutzungen auslösen und rigoros Lebensraum vernichten. Jedoch ist dies keinesfalls eine Rechtfertigung für den illegalen Handel. Projekte wie INIBICO von Rainer Schulte (www.inibico.org) werden untergraben und dessen Konzept völlig ausgehebelt. Ein Umdenken vorort ist ebenso gefragt, wie bei den Hobbyisten weltweit. Dies kann und muß jeder für sich selbst entscheiden. Mittlerweile sind durch die privaten Zuchterfolge viele Arten verfügbar, so dass sich die Entnahme aus der Natur eigentlich regeln lassen müsste. Tut sie aber nicht. Der Bedarf ist größer als die Einfuhr legaler Tiere.
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