
PFEILGIFTFRÖSCHE
Erfahrungsberichte
Geschlechtsbestimmung
Die Geschlechtsbestimmung bei Pfeilgiftfröschen ist generell schwierig und Bedarf einiges an Erfahrung. Selbst versierte Züchter können sich auch schon mal täuschen. Gerade in einer Verkaufsdose auf einer Börse nehmen die Frösche häufig eine gedrungene Haltung ein, die die Bestimmung unmöglich macht. Es gibt nur wenige Anhaltspunkte für eine optische Unterscheidung. Sicheres Kennzeichen bleibt natürlich der Ruf des Männchens. Mir haben schon so einige Experten versucht, rufende Weibchen zu verkaufen! Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden.
Optische Kennzeichen sind:
- sichtbare Schallblase/Kehlsack ist meist dunkel gefärbt (insbesondere bei Pumilio-Varianten)
- vergrößerte, verlängerte, herzförmige Fingerglieder oder -kuppen der Vorderbeine bei allen Tinctorius Varianten
- Männchen bleiben in der Regel kleiner als Weibchen
- der Hinterleib der Weibchen deutlich ausgeprägter und wesentlich breiter
Es gibt keine Farbunterschiede, keine Hautfalten oder irgendwelche Fortsätze an den Gliedmaßen, die eine eindeutige Unterscheidung zulassen. Die genaue Bestimmung ist auch erst mit dem Erreichen der Geschlechtsreife möglich und dies kann bei kleineren Arten erst ab 9 Monaten oder gar bei größeren Arten mit 18 Monaten der Fall sein.
Sicherer ist immer der Erwerb einer Gruppe von Jungtieren und natürlich auch zu empfehlen. Dies hat wesentliche Vorteile. Zum Einen kann man selbst die Versorgung der Jungtiere optimieren (wechselhaftes Futter, Vitamine, Spurenelemente, Haltungsbedingungen) und zum Anderen weiß man dann auch sicher, wie alt die Tiere wirklich sind. Die Altersbestimmung bei adulten (erwachsenen) Tieren ist nicht möglich. Hier ist man auf die aufgestellten Papiere und die Angaben des Halters angewiesen. Da kleinere Arten ein Alter von bis zu 15 und größere Arten bis zu 25 Jahren in Terrarienhaltung erreichen können, ist diese Angabe nicht gerade unerheblich. Abgesehen davon ist die Alterbestimmung bei Wildfängen gänzlich unmöglich.
Wer die Möglichkeit hat seine Tiere selbst beim Züchter abzuholen, der sollte dies auch tun. Schon ein Blick in die Terrarien sagt viel aus. Spartanisch eingerichtete Aufzuchtbecken ohne natürliche Bepflanzung führen fast zwangsläufig zu Verhaltensstörungen. Im Gespräch mit dem Züchter lässt sich schnell erkennen, welche Futtertiere bevorzugt werden und wie abwechslungsreich die Tiere ernährt wurden. Die eine oder andere Idee kann immer mitgenommen werden. Zusätzlich können alle Fragen gestellt werden, die einen noch brennend interessieren. So wird meist der Besuch noch mit ein paar Pflanzenablegern belohnt. Bei der Abnahme von mehreren Tieren ist hin und wieder ein Preisnachlass verhandelbar.
Inzuchtprobleme bei Pfeilgiftfröschen sind nicht bekannt. Die Zusammenstellung von Paaren aus verschiedenen Quellen ist natürlich zu bevorzugen, jedoch oft schwierig bis unmöglich. Wer sich selbst aus seinen eigenen Nachzuchten immer wieder Paare bildet und die über mehrere Generationen praktiziert, sollte auch für neues Blut in den Gruppen sorgen, um auf Dauer eine gewisse Genvielfalt zu gewähren.
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