
PFEILGIFTFRÖSCHE
Hamm - 10.09.2011
Ein ereignisreicher Tag mit monatelanger Vorbereitung und jeder Menge Arbeit ist geschafft. Es ist unglaublich, wie viel Zeit man eigentlich investiert, um an diesem einen Tag in Hamm dabei zu sein. Der immer wiederkehrende Kampf, um erst einmal einen Tisch zu bekommen, ist die Grundlage aller weiteren Bemühungen. Aber diesmal hatte es geklappt und so wurde intensiv gezüchtet, gezogen, gefüttert, gepäppelt, gehegt und gepflegt, inseriert, gepackt und schließlich verkauft. Viele Anrufe und Bestellungen vor der Börse machten mir Hoffung, dass diese ein voller Erfolg wird.
Nach kurzer, vor Hamm selten erholsamer Nacht, ging es mal wieder um 3:00 Uhr früh los. Im Vorfeld gab es so einige Verwirrungen, welche Verkaufsdosengröße denn nun zugelassen war. Es hieß zwischenzeitlich, alle müssten in einer Verkaufbox nicht kleiner 1 Liter = 10x10x10 cm angeboten werden. Zum Glück hatte sich dies, Dank Einsatz des Veranstalters, dann noch abwenden lassen. (siehe Stellungnahme) Ich weiß nicht, wie man einen 2cm kleinen Ranitomeya in dieser Box hätte gut sehen können, aber egal. Es war zum Glück nicht wie angedroht dazu gekommen. Dafür sollte an jedem Tische eine 10cm Hohe Kante installiert werden, damit keine Boxen vom Tisch fallen können. Also brachten wir uns entsprechendes mit, welches dann doch nicht an jedem Stand kontrolliert und eingehalten wurde. Jedoch wurden die ausreichende Beschriftung und das die Seiten der Dosen nicht transparent sind mehrfach kontrolliert.
Gegen 7:40 Uhr trafen wir auf dem Parkplatz in Hamm ein, welcher schon zu gut einem Drittel gefüllt war. Wir zogen mit Sack und Pack zur Anmeldung und mussten zu unserer Verwunderung feststellen, dass vor dem Haupteingang doch schon so einige Käufer anstanden. Dies war auf den letzten Börsen seltener der Fall um diese Uhrzeit. Sicher kein Vergleich zu den Jahren 2001-2003, aber immerhin ein deutlicher Anstieg. Wir trafen auch Froschliebhaber aus Berlin, die den Bus zur Hamm-Börse aus Berlin nehmen wollten. Allerdings hatte es sich der Veranstalter wohl über Nacht anders überlegt und erschien nicht. Alle Fahrgäste, insbesondere die die bereits vorab bezahlt hatten und auch mit ihren Fröschen zur Abgabe warteten, zogen lange Gesichter. Wer dann nicht eine Alternative wie ein eigenes Auto hatte, blieb auf der Strecke.
Die Anmeldung erfolgte ohne Anstehen und mit der Vergabe des Standortes konnten wir echt zufrieden sein. In der Arena stand ich das letzte Mal vor gut 9 Jahren. Die Luft war bis gegen 11:30 Uhr auch noch sehr erträglich. Danach wurde es Aufgrund des schönen Tages mit Temperaturen über 30°C einfach zu warm. Es mußten an allen Seiten die Türen geöffnet werden, um es einigermaßen erträglich zu machen. Die Börse war außerordentlich gut besucht. Das Gedrängel setzte mit dem Einlassbeginn um 10:00 Uhr ein und nahm bis zu unserer Abfahrt gegen 15:00 Uhr kaum ab.
Das Angebot an Fröschen war auf dieser Börse sehr umfangreich. Zu meinen Highlights zählten subadulte Tiere von P. terribilis gelb für 50,- EUR, R. lamasi hochland für 45.-, R. benedicta für 80,- EUR. Die angebotenen Tiere hatten an den meisten Ständen eine gute Größe, die Auswahl war beachtlich. Wir selbst hatten etwas Glück. Ein Händler aus Frankreich besuchte uns gegen Mittag und kaufte den Großteil unseren Tiere (Ranitomeya und Dendrobates) auf. Damit hatten wir schon früher Feierabend als gedacht und konnten uns noch auf die Suche nach dem einen oder anderen Schnäppchen machen. Negativ fiel mir vor allem ein Verkäufer aus Polen auf, der seine etwa 0,5 cm großen M. aurantiaca für 25 EUR verkaufen wollte. Bei Abnahme von 10 Tieren hätte er sich auf 20 EUR eingelassen, jedoch immer noch zuviel für einen fast frischen Landgänger wie ich persönlich finde. Die großen Händler aus Holland waren ebenso vertreten wie Anbieter aus Skandinavien. Unsere Freunde aus Spanien und Frankreich waren eher als Großeinkäufer unterwegs. Alles in allem eine tolle Börse, für die sich der Stress gelohnt hat. Dummer Weise sind wir auf der Heimfahrt noch in den Baustellenstau bis Hamm-Uentrop gelandet, der uns eine Stunde Fahrzeit zusätzlich bescherte. Jedoch sind wir froh, dass wir nicht zu dem Auffahrunfall kurz nach der Hamm Auffahrt gehörten. Das sah schon übel aus.
Fazit: Die besten Börsentermine bleiben nach wie vor März und September. Wir werden auch weiterhin Hamm besuchen, obwohl ich gestehen muß, dass ich diesmal noch kurz vor der Börse kaum Bock auf die anstrengende Tour hatte.
Copyright © 2011 frogpage Designed by Ralf Lilienthal