
PFEILGIFTFRÖSCHE
Die Milchkrautwanze (Oncopeltus fasciatus)
Milchkrautwanzen kommen in den USA vor und lassen sich durchgehend das ganze Jahr züchten. Sie ernähren sich von ölhaltigen Samen und saugen Pflanzensäfte an Kräutern und Gräsern. Als Zuchtbehälter eignen sich handelsübliche Plastikterrarien/-boxen (ab 5 Liter) mit Abdeckung. Um ein Entweichen der Tiere durch den Deckel zu vermeiden, kann man den oberen Rand ca. 2 cm mit Vaseline oder Paraffinöl bestreichen. Anderenfalls kann auch ein Fensterdichtband zum besseren Verschluß des Deckels verwendet werden.
Als Futter werden den Tieren geschälte Sonnenblumen- oder Kürbiskerne in einem Petrischälchen gereicht. Das erleichtert den Austausch und die Reinigung. Ihren Feuchtigkeitsbedarf stillen sie über das Saugen an Pflanzen oder über eine Tränke. Bewährt haben sich hierbei junge Weizenpflanzen oder Brombeerranken. Einzelne tote Milchkrautwanzen kann man bis zur nächsten Reinigung im Behälter belassen. An ihnen saugen die anderen Tiere. Da die Wanzen zum ertrinken neigen, sollte als Tränke keine offene Wasserschale angeboten werden. Als Tränke eignen sich wassergefüllte Dosen mit Deckel, aus denen wie bei einer Öllampe ein Docht die Feuchtigkeit herauszieht. Dieser kann aus Watte oder ähnlichem beschaffen sein. Über ein Loch im Deckel wird dieser herausgefädelt.
Die Zuchtbox ist ein Mal in der Woche zu reinigen. Dabei werden alle toten Tiere entfernt, die Box gründlich ausgespült, die Lauffläche (Küchenkrepp) ersetzt und das Futter ausgetauscht. Die Tränke sollte geprüft werden, reicht aber ewig. Alle 2 Wochen ist dann der Ansatz mit Weizenkeimlingen zu ersetzen. Auf Grund möglicher höherer Luftfeuchtigkeit in der Box, können die Samen vorzeitig schimmeln und sollten dann sofort ersetzt werden. Als Beleuchtung reicht Tageslicht völlig aus. Die Box sollte aber nicht in der prallen Sonne stehen.
Ihre kleinen, orangefarbenen Eier legen die Weibchen in Klumpen in angebotene Wattebälle.
Die Watte wird bei Entnahme leicht mit Wasser angesprüht, um ein Austrocknen der Eier zu verhindern. Sie werden separat in kleineren Behältern bis zum schlüpfen der Jungtiere überführt. Der Schlupf erfolgt nach etwa 10 Tagen. Die Eier färben sich in dieser Zeit von orange zu dunkelrot um. Frisch geschlüpfte Wanzen sollten vor dem verfüttern auf jeden Fall selbst angefüttert/versorgt werden. Nur in den ersten 4 Stadien der Entwicklung sind sie zum verfüttern geeignet. Danach werden sie von den Fröschen nicht mehr angenommen, da sie dann wohl bitter schmecken. Die rote Warnfarbe stellt für unsere Nachzuchtfrösche kein Problem dar. Wildfänge können da aus Erfahrung anders reagieren.
Der gesamte Entwicklungszyklus beträgt etwa einen Monat. Weibchen können in dieser Zeit etwa 2000 Eier produzieren. Man sollte sich immer rechtzeitig neue Tiere separieren, damit der Zuchtstamm nicht zusammenbricht. Die Zucht ist nicht ganz geruchsfrei und sehr ergiebig. Wie bei jeder anderen Zucht ist jedoch auch hier Disziplin gefragt.
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