
PFEILGIFTFRÖSCHE
Erfahrungsberichte
Börse Terra-Ruhr – Ein unvergesslicher TagAm 3.01.09 fuhr ich zusammen mit meinem Berliner Froschfreund Martin Lehmann zum ersten Mal zur Börse nach Recklinghausen. Unsere Erwartungen für den Tag waren nicht besonders hoch, da wir schon im Vorfeld verschiedene Meinungen gehört hatten. Nichtsdestotrotz wollten wir die Börse besuchen, um uns gleichzeitig auch ein paar bestellte Becken von ENT abzuholen. Der Tag begann für mich um 3.45 Uhr. Um 4.10 Uhr kam Martin bei mir vorbei und nach einem schnellen Kaffee fuhren wir um 4.30 Uhr los. Die Temperaturen lagen in der Nacht bei -13°C. Die Tiere wurden gut verpackt in Styropor-Boxen transportiert, jedoch hatten wir einige Bedenken, die Tiere bei einem Stopp an der Tankstelle lange im Auto zu lassen. Also fuhren wir ohne große Unterbrechungen durch und kamen gegen 9.00 Uhr in Recklinghausen an. Schon auf dem Parkplatz überkam uns ein mulmiges Gefühl. „ Das wird wohl eher ein Flop werden.“ Nach dem Aufbau unseres Verkaufsstands schauten wir uns auf der Börse um. Es gab noch 2 weitere Anbieter mit Pfeil giftfröschen. Einige der bekannten Anbieter wie Rana und Peruvian-Frogimport kamen erst gar nicht, obwohl sie doch auf fast jeder Börse anzutreffen sind. Der Stand von Bens-Jungle war eher spärlich und so drängte uns schnell die Frage auf, ob sich hier überhaupt etwas verkaufen lässt. Doch noch vor dem offiziellen Einlass um 11.00 Uhr, verkaufte Martin seine 7 mitgebrachten Dendrobates leucomelas. Es gab im Verlauf der nächsten Stunden doch viele Interessierte und so verkauften wir noch reichlich Pflanzen, Futtertiere und noch 6 weitere Frösche. Im Ergebnis eigentlich zu wenig für den Aufwand, aber wir hatten ja unsere Becken abgeholt und selbst etwas Zubehör eingekauft.
Und dann kam Jens (Bärbel & Jens - www.poisonfrogs.de) an unserem Stand vorbei. Ich hatte mit Jens Kontakt aufgenommen, um einen Linktausch für meine Homepage anzubieten. Darauf erhielt ich eine Email mit einer 2-seitigen Antwort, die mich völlig in Erstauen versetzte. Ich merkte sofort, dass hier ein wirklicher Liebhaber mit Leib und Seele am Werk ist und die „Chemie“ stimmte auf Anhieb. So folgten schnell eine paar weitere Emails. Wir verabredeten uns, mal auf einen der nächsten Börsen persönlich kennen zu lernen. Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte zur Terra-Ruhr zu fahren, bot mir Jens an, doch gleich mal bei ihm zu Hause vorbeizuschauen. Es sind ja nur 10 Minuten von der Börse bis zu ihm. Ja und so war es denn auch. Wir packten gegen 15.00 Uhr unsere Sachen zusammen und fuhren zu Jens. Ich wusste von seiner Homepage, dass er etwa 70 Terrarien mit 40 Arten zu Hause hatte, aber eine Vorstellung davon bekommt man wirklich erst vorort. Martin und ich waren echt platt. Langsam gingen wir von Becken zu Becken und lauschten den Erklärungen der Beiden. Das es zum Beispiel von Rantimeya uakari gleich drei verschiedene Varianten gibt, war mir völlig neu. Ebenso die 2 Varianten von R. reticulatus. Die vielen verschiedenen Ranken, Mosse, Farne und Bromelien erstaunten uns gleichfalls, wie die vielen verschiedenen Arten. Wir kamen eigentlich gar nicht mehr aus dem Stauen raus. Und dann ging es natürlich an den Erfahrungsaustausch. Wie machst Du das und jenes, wie läuft es mit den Futtertieren und wie zieht Ihr die Quappe n auf. Etc. etc. Wir sprachen über die Beckeneinrichtung mit RFB und bekamen sehr gute Tipps. Wir begutachteten die selbstgebaute Quappenanlage, sowie einige Aquarien zur gemeinsamen Aufzucht der Quappen. Wir sammelten Ideen über Ideen und hatten auch gleich schon Vorstellungen, wie diese in der eigenen Anlage umzusetzen sind. Wir sprachen über Besonderheiten/Probleme bei der Zucht einzelner Arten und tauschten angeregt unsere Erfahrungen aus. Wir ergänzten so unser Wissen, ohne etwas zu verschweigen. So einen Austausch habe ich bisher noch nie erlebt, denn viele versuchen doch Ihr Zuchtglück für sich zu behalten und wertvolle Tipps zu verschweigen. Dabei sollte das Ziel doch eigentlich die Erhaltung der verschiedenen insbesondere auch „schwierigen Arten“ sein. Aber so lässt sich der Preis für Einige Arten natürlich auch halten! Martin erstand noch ein R. reticulatus Männchen und Jens gab uns freiwillig noch 2 volle Tüten Rankenableger mit. Mit soviel Glück und Freude hätten wir an diesem Tag gar nicht gerechnet. Die Zeit verging wie im Fluge und so mussten wir unseren Besuch nach 2 Stunden abbrechen, da wir ja noch einen langen Weg bis Berlin vor uns hatten. Rundum war dieser Tag für uns ein echtes Erlebnis, dass wir nie vergessen werden. Wir haben 2 neue Freunde kennen gelernt, die ebenso begeistert und hingabevoll für dieses Hobby „Leben“. Auf der Rückfahrt hatten wir reichlich Stoff, den wir zu verarbeiten hatten. So wurde die ganze Rückfahrt zur Diskussion über das Gesehene und Gehörte genutzt.
Nochmals vielen Dank an dieser Stelle an Euch Beide und die Einladung zum Gegenbesuch in Berlin steht. Ihr könnt Euch beide glücklich schätzen, dass Ihr einen Partner an Eurer Seite habt, der dieses Hobby mit der Gleichen Hingabe teilt. Das findet man selten.
Wir sehen uns sicher auf einen der nächsten Börsen wieder.
Fazit: Ich werde in Zukunft sicher mehr Zeit für Besuche bekannter Züchter einplanen. Die immer wieder verschobenen Besuche von Vorträgen in Marktheidenfeld oder Rüsselsheim werde ich Zukunft endlich mal wahrnehmen.
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