
PFEILGIFTFRÖSCHE
Erfahrungsberichte
UrlaubsstressJeder der sich ein Haustier zulegen möchte, sollte sich auch gleich Gedanken über eine Urlaubsvertretung/-pflege machen.
Ich habe meine Anlage bereits darauf ausgelegt, dass die Steuerung von Licht, Beregnung/Luftfeuchtigkeit und Temperatur automatisch geregelt wird. Damit sind im Grunde aber nur Grundvorrausetzungen geschaffen. Im Laufe der Jahre ist die Eine oder Andere Situation aufgetaucht, mit der ich nicht gerechnet hatte. Hierzu zählen folgende:
- 1. Stromausfall über einen längeren Zeitraum
Ein nächtlicher Stromausfall führte dazu, dass bei Wiedereinschalten die Hauptsicherung herausflog. Ob es jetzt an der Teichpumpe/-filter lag oder an der zu hohen Last aller Geräte beim Wiedereinschalten kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall stellt das ein echtes Problem dar. Ohne Strom läuft nun mal gar nichts. Selbst eine Gasheizung benötigt für die Umwälzpumpe Strom, sonst kühlt das ganze Haus aus! Da ich meine Urlaubsbetreuung in der Regel so plane, dass etwa alle 2-3 Tage jemand vorbeischaut, kann dies zu erheblichen Verlusten führen. Mal abgesehen von den verderblichen Produkten im Kühl- oder Gefrierschrank. Alle manuellen Zeitschaltuhren gehören seitdem auch wieder der Vergangenheit an, denn die Verschiebung der Ein- und Ausschaltzeiten in Kombination mit der Beregnung, die wiederum an einer digitalen Zeitschaltuhr hing, bringt so Einiges durcheinander. An dieser Stelle auch noch der Hinweis, zeigen Sie Ihrer Urlaubsbetreuung, wo sich der Sicherungskasten befindet. Das kann einiges an Zeit sparen.
- 2. Auffangbehälter entleert, aber dann falsch zurückpositioniert
Meine Terrarien verfügen fast alle über einen Ablauf. Das ablaufende Wasser wird in Behältern unter oder neben den Becken aufgefangen. Das Entleeren der Behälter steht natürlich mit auf meiner Liste für die Urlaubvertretung, aber man kann natürlich nicht an alles denken. Gewisse Dinge setzt man voraus, obwohl es besser wäre, sie detailliert zu beschreiben. Auf der anderen Seite, ließt sich ein Froschprofi den langen Zettel auch nicht mehr durch, da er meint schon alles zu wissen. Das Ende vom Leid sah so aus, dass der Laminatboden schwamm. Der Behälter wurde zwar wieder unter das Becken geschoben, aber der Schlauch landete nicht in ihm, sondern schön daneben.
- 3. Futtertiere für Nachzuchten
Das größte Problem stellen frische Landgänger und Nachzuchten zwischen 1-3 Monaten dar. Die Tiere müssen eigentlich permanent „im Futter stehen“. Das soll heißen, es müssen immer genügend Futtertiere angeboten werden. Man kann aber ein Becken nicht ausreichend mit Springschwänzen für mehr als 3-4 Tage versorgen. Danach muss wieder gefüttert werden. Also eine wichtige Aufgabe für die Urlaubspflege die man gut planen sollte. Ein Ungeübter tut sich da schwer und das muss man berücksichtigen. Ich habe die besten Erfahrungen mit Xaximstücken in der Größe 10x6 cm gemacht. Diese werden in die Springschwanzdosen gelegt und können so gut entnommen werden. Wichtig ist nur, dass sie nicht gleich vom Becken wieder zurück in der Dose landen. Dann kann man die Ansätze bald vermilbt vergessen. Ein Zwischenfüttern der Springschwänze bei längerem Urlaub ist einzuplanen.
- 4. Lüftung
Gutes und ausreichendes Lüften ist in einem Terrarienzimmer unerlässlich, möchte man keine Probleme mit Schimmel bekommen. Die Luftfeuchtigkeit steigt schnell an und kann nur bis zu einem gewissen Maße von der Luft aufgenommen werden. Danach schlägt sie sich an kälteren Bereichen wie Fenstern und Außenwände nieder. Selbst ein Luftentfeuchter allein reicht nicht aus, um über einen längeren Zeitraum und ich meine hier nur 14 Tage, dies in den Griff zu bekommen. Dazu kommt, dass die Fliegenansätze einiges ausgasen und so die Luft zusätzlich belasten. (Es stinkt erbärmlich!)
Was war passiert? Ich hatte ein Dreh-/Kippfenster unter einer Dachgaube auf kipp gestellt. Damit das Fenster bei Wind und Sturm nicht zufällt, hatte ich einen Lappen dazwischen geklemmt. Meine Urlaubsbetreuung lass nur auf dem Zettel, ordentlich lüften und wollte somit beide Fenster voll öffnen. Beim Schließen des angekippten Fensters jedoch, wurde der Lappen nicht gesehen und somit das komplette Fenster ausgehängt. Es braucht schon etwas Übung, wenn man dieses Fenster wieder selbst einhängen möchte. Meine Urlaubsbetreuung entschied sich, dass Fenster zu gut wie möglich zu schließen und sicherte es gegen ein Auffallen behelfsmäßig ab. Bei nächtlichen Außentemperaturen von 10°C hätte das ganz schön ins Auge gehen können! Ich war froh, dass nichts Schlimmeres passierte.
- 5. Auswechseln der Futterdosen
Bei einer Abwesenheit länger 3 Tage, versuche ich entweder jemanden zu finden, der zwischendurch mal etwas nachfüttert oder ich lege einen Fliegenansatz ins Terrarium. Letzteres hat natürlich den Nachteil, dass man den Schlupf der Fliegen nicht kontrollieren kann. Grundsätzlich sind die Fliegenansätze waagerecht ins Terrarium zu legen, damit sie von der Regenanlage nicht überschwemmt werden. Kleinere Arten schaffen es jedoch, sich regelrecht in die Fliegenansätze zu verkriechen. Und genau da liegt das Problem. Während eines 14-tägigen Urlaubs müssen die Dosen natürlich mindestens einmal getauscht werden. Für den Hobbyisten ist es kein Problem, aber für die Urlaubsvertretung eine Zumutung in dem Fliegenansatz nachzusehen, ob sich nicht doch ein Winzling versteckt hat. So musste ich leider nach einem Urlaub so einige Tiere verendet in herausgenommenen Fliegenansätzen finden. Seitdem entnehme ich alle Dosen selbst nach dem Urlaub und lasse nur Neue hinzustellen. Eine Ausnahme ist natürlich ein Froschfreund der sich auskennt.
- 6. Terrariumscheiben schließen
Ich kann nur jedem wirklich empfehlen, einen großen Zettel an die Tür zu hängen:
Vor dem Gehen, alle Terrarien prüfen, ob auch wirklich alle Scheiben geschlossen sind!
Das gilt insbesondere für etwas schwer schließende Scheiben. Ein dichte Silikonnaht kann beim verschließen der einer Seite, schon mal die andere Scheibe öffnen. Alles passiert!
- 7. Engpass bei Futtertieren
Mit der Planung der Urlaubsreise beginnt bei mir auch schon die Planung der Urlaubsvertretung. Wer kann in dieser Zeit wann vorbeischauen. Ein Zeitplan muss erstellt werden und natürlich muss ich mich rechtzeitig um ausreichend Futtertiere vor, während und nach meines Urlaubs Gedanken kümmern. Ich neige dazu, lieber regelmäßig mehr Ansätze vorzubereiten, als ich wirklich benötige. Die Erfahrung der Vergangenheit hat mich dies gelehrt, denn auf die Schnelle bekommt man weder die Qualität noch einen günstigen Preis. Meist kauft man dann überteuerte, vermilbte Ansätze. Ich kann jeden nur empfehlen, zumindest eine Telefonnummer für einen Futterversand der Urlaubvertretung zu hinterlassen. Froschfreunde aus der Nähe sind ebenfalls eine gute Quelle, aber keiner hat größere Mengen vorrätig.
- 8. Ausfall der Beregnungsanlage
Das geübte Auge des Pflegers sieht schnell, wenn etwas nicht stimmt. Die Urlaubspflege hat jedoch nicht die Erfahrung und auch nicht den Blick dafür. Darauf sollte man sich Einstellen und Vorbauen. Dazu gehört unter anderem zu prüfen, ob die Beregnungsanlage auch funktioniert. Die einfachste Methode ist, den Wasservorratsbehälter zu prüfen. Hier kann man den Wasserstand bei Urlaubsantritt markieren. Alternativ bieten die heutigen Zeitschaltuhren auch eine Umschaltung auf „Manuell Ein“. Damit besteht aber auch die Gefahr, dass die Zeitschaltuhr nicht wieder auf „Auto“ umgestellt wird. Eine genaue Einweisung ist notwendig! Was ist aber zu tun, wenn die Pumpe versagt oder versagt hat? Auch ein Thema bei längerem Stromausfall! Wichtig ist einen größeren Handsprüher bereitzustellen. Der schafft eine schnelle Erste Hilfe. Alle nachfolgenden Maßnahmen sollten telefonisch mit dem Halter abgestimmt werden. Es gibt kein Patentrezept, es sei denn, man legt sich eine Pumpe als Reserve zu.
Wird fortgesetzt……
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