
PFEILGIFTFRÖSCHE
Rückwandgestaltung
Im Thema Beckeneinrichtung habe ich bereits auf Möglichkeiten hingewiesen, dass Becken mit Xaximplatten auszustatten. Allerdings ist dies erstens eine kostspielige Angelegenheit und zweitens ein weiterer Raubbau an der Natur. Deshalb möchte ich hier auf Alternativen eingehen, die den gleichen Zweck erfüllen, aber eben günstiger sind.
Drei interessante Alternativen möchte ich hier benennen:
- 2-Komponenten-Polyurethanklebemasse
- Rainforest Background (RFB)
- Peat Wall
Die Verarbeitung ist relativ einfach und lässt der eigenen Kreativität freien Lauf zu. Es können zusätzlich geformte Styroporaufbauten mit Wasserfällen, Torf, Hölzer und auch Kork verarbeitet werden. Gleichfalls können schon Blumentöpfe für Bromelien und Ranken sowie Filmdosen als Laichplatz eingearbeitet werden. Schon sehr ausführlich dokumentiert ist dies unter folgende Seite:
Tipp:
Nach der ersten Verarbeitung von RFB, welches ich noch für 28.- EUR plus Versand erstanden habe, machte ich mich schnell auf die Suche nach dem Rezept. Die milchige Flüssigkeit und das torfähnliche Material gaben mir die ersten Hinweise und so bin ich auch fündig geworden:
Zutaten:

Presstorfballen z. B. beim Futterhaus Plantation Soil (ergibt 8,8 Liter) für 3,49 EUR
Latex Bindemittel 0,7 Liter aus dem Baumarkt (Hellweg – SYCOFIX) für 3,99 EUR
Vorbereitung:
Zunächst wird der Pressziegel in einem Eimer (min 10 Liter) mit 3 Litern Wasser aufgeschwemmt. Man sollte hier nicht mit weniger Wasser arbeiten, da der Torf sonst zu trocken ist und nicht das komplette Volumen erreicht. Mit der Hand bearbeitet man das Ganze so lange, bis keine großen Stücke mehr zu finden sind. In einem 2. Eimer wird zunächst eine Mülltüte eingebracht, die spätere Rückstände aufnehmen soll.
Jetzt wird zunächst die Hälfte des Torfes in den 2. Eimer überführt und anschließend mit dem Latex vermengt. Das Vermengen erfolgt mit den Händen, wobei einmal Handschuhe aus dem Baumarkt (20 Paar = 0,99 EUR) sehr hilfreich sind. Der Latex wird in den Torf gedrückt und sollte min. 60 Minuten Kontakt haben, bevor die Verarbeitung im Terrarium erfolgt. Der restliche Torf aus dem 1. Eimer kann jetzt nach und nach zugegeben werden, jedoch nur so viel, dass die Masse noch beim zusammendrücken Feuchtigkeit entlässt. Ich würde das Ideale Mischungsverhältnis mit 7:1 oder 8:1 angeben. (7 Liter Torf und 1 Liter Latex)
Verarbeitung:
Die Masse kann jetzt ins Terrarium eingebracht werden. Dabei sollte die jeweils zu bearbeitende Fläche auf den Boden gedreht werden, damit sich ausreichend Druck ausüben lässt.
Eine Styroporunterlage verhindert mögliche Glasbrüche. Die Masse wird jetzt auf die Scheibe nach und nach in kleinen Portionen (jeweils eine Handvoll) aufgedrückt. Die Materialdicke sollte nach Abschluss zwischen 0,5 bis 1,0 cm liegen. Austretende Latexflüssigkeit verbleibt auf dem Material. Es können damit vorher eingeklebte Styroporaufbauten ebenfalls beschichtet werden. Nach Fertigstellung der ersten Fläche werden die einmal Handschuhe verworfen und das Becken dann mit sauberen Händen auf die nächste Seite gedreht. Wer einen Helfer hat, kann sich diesen Vorgang natürlich ersparen. Mit neuen Handschuhen geht es jetzt an die weitere Verarbeitung wie bereits beschrieben.
Bevor das Becken der Trocknungszeit von etwa 7-14 Tagen überführt wird, sollten alle unschönen Verarbeitungsspuren beseitigt werden. Eine spätere Nachbearbeitung ist sehr zeitaufwendig und an Lüftungsflächen fast unmöglich. Besondere Aufmerksamkeit sollte man dabei den U-Profilen der Schiebescheiben schenken.
Nach Abschluss der Arbeiten wird das Becken an einem warmen Standort, wenn möglich an einen Heizkörper, aufgestellt. Das Becken muss offen stehen (also ohne Schiebescheiben), trocknen und lüften. Es kann gegen Ende etwas Schimmel auftreten, der aber mit einmaligen Spülen beseitigt wird. Das Becken kann nach der vollständigen Trocknung in Betrieb genommen werden. Das heißt Beregnungsdüsen, Abfluss und Lichtquelle anschließen. Nun kann es bepflanzt und der erste Bodengrund eingebracht werden. Bevor die ersten Frösche einziehen können, sollten mindestens 4-6 Wochen Einlaufphase vergehen.
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